Geschichte der Sportfreunde Lorch

Blick zurück: Am Anfang waren es zwei Vereine

Als 1911 mit den Vereinsfarben einer schwarzen Hose und blau-weiß gestreiften Trikots der FC Union Lorch gegründet wurde, hatten die Fußballer ein schwerwiegendes Problem. Es fehlte ein Platz. Hinter der früheren katholischen Kirche unterhalb des Klosters fand der 1. Vorstand Wilhelm Fetzer und der FC auf einer Wiese ihre erste Heimat.

Schwere Verluste im 1. Weltkrieg

Fast zur selben Zeit wurde in Lorch ein zweiter Club gegründet, der Fußballverein Lorchia Sportfreunde.
Dieser löste sich im Jahre 1913 aber wieder auf und die Mitglieder traten geschlossen zum FC Union über. Durch den 1. Weltkrieg, aus dem die meisten der Spieler nicht zurück kamen, war ein geregelte Spielbetrieb unmöglich geworden. Viele traten der Abteilung des TV Lorch bei, um überhaupt noch Sport treiben zu können.

Seit 1926 am “Goldwasen”

Dem Wunsch nach einem eigenen Fußballverein entsprang 1920 die Entstehung des 1.FV Lorch 1911. Von neuem entstand das Problem, einen geeigneten Sportplatz zu finden. Der Pacht des „Schweizertals“ folgte schließlich 1926 der Kauf des „Goldwasen“, der seither zu einem sportlichen Begriff nicht nur im ganzen Remstal geworden ist.

Spielersitzungen verboten

Die große Euphorie des Locher Fußballs wurde durch die Gleichschaltung in der Hitler’schen Gesellschaftsdurchdringung jäh erstickt.

Alle sporttreibenden Vereine mussten sich zusammenschließen, also ging des 1. FV Lorch 1911 in den VfL Lorch ein. 1942 lief man letztmals mit einer eigenen Mannschaft auf. Mit Ende des 2. Weltkriegs begann die Ära von Max Kraus. Mit Genehmigung der Besatzer übernahm er bereits im Juni 1945 die vorläufige Vereinsführung. Spielersitzungen durften aber nicht abgehalten werden.

Spiele gegen den SSV Ulm

Der Auflösung des VfL ist schließlich der bis heute Bestand habende Name Sportfreunde Lorch zu verdanken. Auf Anhieb holte die Mannschaft die Meisterschaft der Kreisklasse und schaffte den Aufstieg in die Bezirksklasse. 1949/50 gelang sogar der Aufstieg in die 2. Amateurliga. Nun warteten drei Jahre lang Gegner wie der SSV Ulm und der spätere Klinsmann-Club SC Geislingen.

1954 lösten sich die Nicht-Fußballabteilungen aus dem Verein heraus und wurden in der Tradition des TSV Lorch von 1884 weitergeführt. Dem ersten Flutlicht 1956 folgte 1961 das neue Vereinsheim am „Goldwasen“ und somit endlich ein richtiges Zuhause, das immer mehr zur Einnahmequelle Nummer eins wurde.

Aufstieg in die Bezirksliga 1986

Schwere Zeiten die sich auch im finanziellen Erfolg niederschlugen und mussten die Sportfreunde seit 1969, als die letzte Meisterschaft der B-Klasse gefeiert wurde, miterleben. Mit dem Meistertitel der B-Liga 1982 begann ein großer Lauf, der die Lorcher zum 75. Jubiläum in 1986 in die Bezirksliga führte.

Sportfreunde zwischen A- und B-Liga

Dem Abstieg in die Kreisliga A folgte 1996/97 sogar noch der Fall in die Kreisliga B. Mit Trainer Ali Kara gelang den Sportfreunden in der Saison 1997/98 der Aufstieg in die Kreisliga A.
Dem direkten Abstieg folgte ein eher maues Jahr in der untersten Spielklasse. Aber eine grandiose Saison wurde 2001 mit dem ersten Meistertitel seit 1982 belohnt. Aber erneut konnten die Sportfreunde die Klasse nicht halten. Seit dem Jahr 2004 spielt Lorch nun wieder in der A-Klasse.

Aufstieg in die Bezirksliga 2013/2014

Nachdem unter Trainer Jürgen Hoppe in der Saison 2011/2012 der Aufstieg in der Relegation noch knapp verfehlt wurde, stiegen die Lorcher in der Saison 2013/2014 als souveräner Meister in der Kresiliga A1, mit elf Punkten Vorspring in die Bezirksliga auf. Meistertrainer Matze Schmidt bleibt auch in der ersten Bezirksligasaison nach 29 Jahren weiter der Mann an der Seitenlinie der Lorcher.


Unser Ehrenspielführer: Max Kraus

Ob mit dem linken oder dem rechten Fuß oder seiner Spezialität - mit dem Kopf: Er war in seiner aktiven Laufbahn ein gefürchteter Torjäger, um den sich schon damals namhafte Vereine bemühten. Doch Max Kraus Widerstand den Angeboten, z.B. der Stuttgarter Kickers, des VfR Aalen oder des FC Normannia, und blieb seinen Sportfreunden Lorch treu.

Wer die Lorcher Sportfreunde kennt, der kennt auch den "Krausa Buchte", der (50 (!) Jahre lang dem runden Leder nachgerannt ist, dabei über 1000 Spiele bestritten und in dieser Zeit mindestens so viele Tore erzielt hat. Sicher ein Rekord, der kaum zu überbieten sein dürfte.

Der am 31. März 1919 geborene Max Kraus begann 1927 mit dem Fußballspielen in Lorch. Schon als C-Jugendlicher spielte er in der A-Jugend mit, wurde 1934 in die Bezirksauswahl berufen und erhielt danach eine Sondergenehmigung, als A-Jugendlicher in der aktiven Mannschaft spielen dürfen. Während des Krieges spielte er als einziger Kreisklassenspieler in der Divisionsmannschaft neben bekannten Oberligaspielern.

Nach dem Krieg begann Max Kraus mit dem Wiederaufbau einer Mannschaft in Lorch. Obwohl er seine Laufbahn in der ersten Mannschaft schon beendet hatte, holte man ihn in der Saison 57/58 zurück, nachdem die zu erwartende Meisterschaft nach einigen Niederlagen gefährdet schien. Am Ende reichte es nicht nur zur Meisterschaft, sondern auch zum Pokalsieg, und Max Kraus wurde 1958 aufgrund seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenspielführer ernannt. Bis heute ist er der einzige geblieben, dem diese Auszeichnung zuteil wurde.

In den 70er Jahren half Max Kraus sogar hin und wieder noch in der Reserve oder AH aus, ehe er 1977 beim Spiel in Alfdorf zum Letzten Mal seine Kickstiefel schnürte. Er trainierte bis zu seinem Tod am 14. Mai 1989 noch eine Jugendmannschaft. Er hat nicht nur ein Stück unserer Vereinsgeschichte geschrieben. Er war ein Stück Verein unser Max Kraus.

Danke Max.